Als Windows-Dienst einrichten
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Betrieb von Automatic Email Processor als Windows-Dienst im Hintergrund
Diese Anleitung zeigt, wie Sie Automatic Email Processor als Windows-Dienst einrichten, der dauerhaft im Hintergrund läuft - ohne dass ein Benutzer angemeldet sein oder das Programmfenster geöffnet sein muss. Das ist die richtige Betriebsart für Server und für Rechner, die rund um die Uhr E-Mails verarbeiten sollen.
Der Dienst nutzt das Programm AEPProcessor.exe, das bei der Installation neben dem normalen Programm liegt. Das Hauptfenster starten Sie danach nur noch gelegentlich, um Profile zu pflegen oder die Protokolle zu prüfen.
Auf einen Blick
- Schwierigkeit: Fortgeschritten (Administrator-Rechte erforderlich)
- Zeitbedarf: ca. 15 Minuten
- Voraussetzungen: Installiertes Programm, ein Windows-Benutzerkonto für den Dienst, eine Eingabeaufforderung als Administrator
- Ergebnis: Automatic Email Processor verarbeitet E-Mails dauerhaft im Hintergrund, auch ohne angemeldeten Benutzer
Hinweis: Diese Anleitung deckt den häufigsten Fall ab - den Betrieb als klassischer Windows-Dienst. Weitere Betriebsarten (NSSM, geplante Aufgabe, Headless-Modus) sowie alle Kommandozeilen-Parameter finden Sie in der Programmhilfe, Kapitel 60.3 - Service-Modus und Headless-Modus.
Schritt 1: Ein eigenes Benutzerkonto für den Dienst wählen
Legen Sie für den Dienst ein eigenes Windows-Benutzerkonto an (oder verwenden Sie ein vorhandenes Benutzer- bzw. Domänenkonto). Unter diesem Konto wird der Dienst später laufen.
Verwenden Sie nicht das Konto „Lokales System”. Der Grund: Anmeldedaten und Berechtigungen sind in Windows immer an einen bestimmten Benutzer gebunden. Läuft der Dienst unter „Lokales System”, kommt er an genau diese Dinge nicht heran:
- die Anmeldung bei Microsoft 365 (die einmal erteilte Berechtigung gilt nur für den Benutzer, der sie erteilt hat)
- gespeicherte Konto-Passwörter (im Windows-Tresor pro Benutzer abgelegt)
- Netzwerk-Drucker (Druckerfreigaben sind je Benutzer eingerichtet)
Außerdem zeigt das Hauptfenster sonst dauerhaft die Meldung „Externer Prozessor nicht aktiv” an, obwohl der Dienst in Wirklichkeit korrekt arbeitet - weil Fenster und Dienst sich nur erkennen, wenn beide unter demselben Benutzer laufen.
Empfehlung: Richten Sie ein dediziertes Konto wie AEP-Service ein und vergeben Sie ein Passwort, das nicht abläuft.
Schritt 2: Programm einmalig unter diesem Konto einrichten
Melden Sie sich einmalig mit dem Dienst-Konto an Windows an und starten Sie das normale Programm (AutomaticEmailProcessor.exe). Richten Sie hier alles fertig ein:
- E-Mail-Konten anlegen und mit „Testnachricht senden/empfangen…” prüfen (siehe Anleitung: IMAP-Konto einrichten bzw. Microsoft-365-Konto einrichten).
- Lizenz eintragen.
- Profile anlegen oder importieren und mit einem Testlauf prüfen.
Dieser Schritt ist wichtig: Konto-Anmeldungen und Lizenz werden für genau dieses Benutzerkonto hinterlegt. Der Dienst kann später nur das verwenden, was hier unter seinem Konto eingerichtet wurde.
Schritt 3: Option „Externer Prozessor” aktivieren
Damit sich das Hauptfenster und der Dienst nicht gegenseitig stören, aktivieren Sie - weiterhin unter dem Dienst-Konto - die passende Option:
Öffnen Sie Optionen → Verarbeitung und setzen Sie ganz unten unter Externer Prozessor das Häkchen bei „Externen Prozessor verwenden (z. B. Windows-Dienst)“.
Option „Externen Prozessor verwenden” in den Programmoptionen unter Verarbeitung
Was diese Option bewirkt: Das Hauptfenster geht davon aus, dass der Dienst die Verarbeitung übernimmt. Es startet und beendet also keinen eigenen Verarbeitungsprozess mehr, sondern dient nur noch zur Konfiguration und zur Anzeige der Protokolle. Ohne diese Option würde das Fenster bei jedem Start einen eigenen Prozessor starten und dem Dienst ins Gehege kommen.
Schließen Sie das Programm anschließend mit OK.
Schritt 4: Dienst einrichten
Öffnen Sie eine Eingabeaufforderung als Administrator und legen Sie den Dienst mit sc.exe an. Passen Sie den Pfad zur AEPProcessor.exe an Ihren Installationsort an (Standard ist C:\Program Files\Automatic Email Processor 4) und tragen Sie bei obj= Ihr Dienst-Konto aus Schritt 1 ein:
sc.exe create "AEP4Service" binPath= "\"C:\Program Files\Automatic Email Processor 4\AEPProcessor.exe\" --service"
sc.exe config "AEP4Service" obj= ".\AEP-Service" password= "IhrPasswort"
sc.exe config "AEP4Service" start= auto
binPath= verweist auf die AEPProcessor.exe mit dem Parameter --service.
obj= ist das Benutzerkonto, unter dem der Dienst läuft - genau das Konto, unter dem Sie in Schritt 2 und 3 alles eingerichtet haben. Bei einem lokalen Konto schreiben Sie .\Kontoname, bei einem Domänenkonto Domäne\Kontoname.
start= auto sorgt dafür, dass der Dienst beim Hochfahren von Windows automatisch startet.
Wichtig: Nach binPath=, obj=, password= und start= steht jeweils ein Leerzeichen - das verlangt sc.exe so.
Schritt 5: Dienst starten und prüfen
Starten Sie den Dienst:
sc.exe start "AEP4Service"
Prüfen Sie anschließend, ob alles läuft:
In der Windows-Diensteverwaltung (services.msc) sollte „AEP4Service” den Status „Wird ausgeführt” haben.
Bei Problemen hilft die Datei ServiceDiagnostics.log. Sie liegt im Anwendungsdaten-Ordner des Dienst-Kontos:
%AppData%\Automatic Email Processor 4\ServiceDiagnostics.log
Sie enthält die Startmeldungen und - im laufenden Betrieb - den Eintrag IsWindowsService=True. Steht dort IsWindowsService=False, läuft der Dienst nicht wie erwartet.
Die regulären Verarbeitungs- und Fehlerprotokolle erscheinen wie gewohnt im Hauptfenster unter Protokoll.
Schritt 6: Laufender Betrieb
Ab jetzt verarbeitet der Dienst E-Mails dauerhaft im Hintergrund - unabhängig davon, ob ein Benutzer angemeldet ist. Das Hauptfenster starten Sie nur noch bei Bedarf, um Profile zu ändern oder Protokolle anzusehen; die eigentliche Verarbeitung bleibt beim Dienst.
Möchten Sie den Dienst später anhalten oder entfernen:
sc.exe stop "AEP4Service"
sc.exe delete "AEP4Service"
Häufige Probleme
| Problem |
Lösung |
| Hauptfenster meldet „Externer Prozessor nicht aktiv”, obwohl der Dienst läuft |
Dienst und Hauptfenster müssen unter demselben Benutzerkonto laufen. Prüfen Sie in services.msc unter „Anmelden als”, ob dort das Konto aus Schritt 1 steht - nicht „Lokales System”. |
| Dienst startet und beendet sich sofort wieder |
ServiceDiagnostics.log im AppData-Ordner des Dienst-Kontos öffnen (siehe Schritt 5) - dort steht der Grund, oft fehlende Lizenz oder ein nicht erreichbarer Datenordner. |
| Microsoft-365-Konto fragt im Dienst dauernd nach Anmeldung |
Die Anmeldung muss einmal unter dem Dienst-Konto im Hauptfenster erfolgt sein (Schritt 2). Melden Sie sich an Windows mit dem Dienst-Konto an und führen Sie die Anmeldung dort durch. |
| Netzwerk-Drucker funktioniert im Dienst nicht |
Druckerfreigaben gelten je Benutzer. Den Drucker einmal unter dem Dienst-Konto verbinden, dann erkennt ihn auch der Dienst. |
| „Lokales System” wurde gewählt |
Diese Auswahl funktioniert nicht zuverlässig (siehe Schritt 1). Mit sc.exe config "AEP4Service" obj= ".\AEP-Service" password= "…" auf ein echtes Benutzerkonto umstellen. |
| Verarbeitung läuft doppelt |
Wahrscheinlich ist die Option „Externen Prozessor verwenden” nicht gesetzt (Schritt 3), sodass das Hauptfenster zusätzlich verarbeitet. Häkchen setzen und Fenster neu starten. |
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Häufig gestellte Fragen
Kann Automatic Email Processor ohne angemeldeten Benutzer laufen?
Ja. Als Windows-Dienst unter einem eigenen Benutzerkonto eingerichtet, läuft das Programm dauerhaft im
Hintergrund – ohne dass ein Benutzer angemeldet sein muss. Ideal für Server und den Dauerbetrieb.
Welches Konto sollte den Dienst ausführen?
Verwenden Sie ein eigenes Benutzerkonto mit Zugriff auf die betreffenden Postfächer. Sie richten das
Programm einmalig unter diesem Konto ein und installieren dann den Dienst, sodass er unter demselben Konto
läuft.
Wofür ist die Option „Externer Prozessor”?
Sie übergibt die eigentliche Verarbeitung an den Hintergrunddienst. Aktivieren Sie die Option vor dem
Einrichten des Dienstes, damit E-Mails vom Dienst und nicht vom interaktiven Programmfenster verarbeitet
werden.